Portraitshooting im natürlichen Licht

Veröffentlicht von Frank von Tulpe-Production.de am

Portraitshooting im natürlichen Licht

Portraitshooting in der HGB – Available Light

Ich hatte in der Vergangenheit schon öfter über das Thema Available Light Portrait geschrieben. Heute möchte ich Euch die Ergebnisse einiger Portraitshootings zeigen, die ausschließlich mit dem Licht aufgenommen wurden, das on Location vorhanden war.

Fotografiert wurden die Portraits ohne Blitz oder sonstigen Zusatzlichtquellen, ohne Reflektor, Lichtformer oder dergleichen. Ich finde diese Art der Porträtfotografie besonders spannend, da ich bei jedem Shooting andere Lichtbedingungen vorfinde. Die Herausforderung besteht darin aus dem was die Location hergibt das Beste herauszuholen.

Im Frühjahr dieses Jahres habe ich Sean Archer auf 500px.com kennengelernt. Für mich ist Stanislav Puchkovsky, wie Sean mit richtigem Namen heißt eine Icone in der Fotografenszene. Er wird schlicht als „The Master of Natural Light Portraits“ bezeichnet. Natürlich ist er für mich ein Vorbild, erst recht wenn man sich mit seinem Lebenslauf beschäftigt hat. Als Quereinsteiger hat er sich innerhalb von 2 Jahren das Know How angeeignet und seinen Fotostil etabliert.

Erste Portraits

Als Fotograf mit eher bescheidenen Erfahrungen auf disem Gebiet der Portraitfotografie begriff ich schnell, dass das was Sean Archer veröffentlicht hat ganz großes Kino ist. Da die meisten mir bekannten Fotografen sich nicht mit diesem Thema beschäftigen, half mir nur noch die „Trail- and Error“ Methode. Also alles Mögliche ausprobieren, um aus den eigenen Fehlern zu lernen. Heute ein halbes Jahr später, nach etlichen Testshootings und mehreren 100 Fotos bin ich endlich in der Lage mit Routine ansprechende Portraits im natürlichen Licht zu fotografieren.

Mein Ziel Portraits zu erschaffen, die aussehen als wären diese in einem Studio entstanden, habe ich erreicht. Die Locations waren normale Treppenhäuser oder Zimmer mit einer weißen Wand. Auch öffentliche Gebäude mit einem großen Fenster mussten schon mal herhalten.

Das Posing

Ich möchte an dieser Stelle meinen ersten Hobbymodels danken, dass Sie geduldig mit mir gemeinsam die Shootings absolviert haben. Das Posing des Models ist ein wesentlicher Bestandteil für ein erfolgreiches Shooting. Ich musst lernen, dass man als Fotograf in Sachen Posing sehr viel falsch machen kann. Hier gilt – Übung macht den Meister. Es sind die kleinen Details auf die man achten sollte um etwas dazu zu lernen. Heute muss ich über Aussagen wie: „Na mit dem Model müssen die Foto´s ja toll aussehen“ nur schmunzeln.

Natürlich kann man auch etwas kräftigere oder ältere Menschen gelungen in Szene setzen. Schaut Euch dazu mal die Videos von Sue Bryce an.  Sie hat auch ein wunderbares Buch mit die Titel „Girls with Curves“ herausgebracht. Eine befreundete Fotografin gab mir einmal den Tipp mich als Fotograf auf der Internetplattform Modelkartei.de zu registrieren um mit Profimodels zu arbeiten. Rückblickend bin ich froh, dass ich es nicht gemacht habe. Mit einem Profimodel hätte ich nie gelernt an den Posen des Models Korrekturen vorzunehmen. Profimodels wissen genau wie Sie sich hinstellen müssen um die Problemzonen zu kaschieren. Noch eine Bitte an dieser Stelle. Macht Euch auch über Euer Outfit Gedanken wenn Ihr zum Shooting geht. Ein bisschen Makeup und schöne Accessoires sind gern willkommen. Ein weißes Kleid vor einer weißen Wand ist nur bei einem High-Key Portrait sinnvoll. Keine Angst vor knalligen Farben! Wenn Ihr unsicher seid schickt einfach ein Selfi mit dem geplanten Outfit vorab. Sprecht vor dem Shooting mit dem Fotografen darüber und bringt unter Umständen ein Wechseloutfit mit.

Die Nachbearbeitung

In der heutigen Zeit sind der überwiegende Teil der Fotos in irgendeiner Form aufgepimpt. Dank diverser Bildbearbeitungsprogramme wie DXO, Photoshop usw. ist eigentlich alles möglich.

Aufnahme in einem Leipziger Museum

Theoretisch könnte man einem  Model einen Wunschzettel geben, auf dem die kosmetischen Korrekturen aufgelistet sind. Ein Fotograf ist durchaus in der Lage nach dem Shooting in der „digitalen Schönheitsklink“ diese Änderung vorzunehmen. Wer es mal sehen will klickt hier.

In Sachen Portraitfotografie gehen die Vorstellungen was gut aussieht sehr weit auseinander. Die so genannten Experten werfen mit Begriffen wie Highkey, Lowkey, Dodge&Burn, Bokeh usw. herum. In der Nachbearbeitung geht es dann mit Frequenztrennung, Inverted High Pass (IHP) nach Natalia Taffarel usw. darum dem Portrait den letzten Schliff zu geben. Natürlich nutze auch ich solche Techniken um meine Fotos am Computer zu optimieren.  Hier muss jeder Fotograf seinen eigenen Stil finden und immer mit einem Auge auf die Zeit schielen. Leider geht bei einer High End Retusche für ein Foto schon mal 2 Stunden oder mehr ins Land.

Mein Fazit

Am Ende muss der Kunde vor dem Shooting in einem Gespräch mit dem Fotografen festlegen, welche Ergebnisse er vom Shooting erwartet. Am besten gelingt dies an Hand von Beispielfotos, die vorher im Web ausgewählt wurden. Von unbearbeiteten Fotos bis hin zur Karikatur ist alles möglich. Ich persönlich favorisiere bearbeitete Fotos, da Fotos ohne Korrekturen jeder selber von sich erstellen kann. Man geht schließlich zum Fotografen, um danach etwas Besonderes in der Hand zu halten. Eben solche außergewöhnlichen Fotos erstellt Sean Archer aber auch die Fotos von Elena Shumilova, Lisa Holloway, Jake Olson, Adrian Sommeling finde ich interessant. Aus meiner Sicht inszenieren diese Fotokünstler das Hauptmotiv in einer emotionalen „Szenerie“ mit magischen Lichtstimmungen. Sie folgen der Devise: „Klasse statt Masse“. Lieber eine kleine Anzahl aus der Shootingserie auswählen und im Postprozess ein Kunstwerk für die Ewigkeit schaffen. Ein so geschaffenes Foto kann man sich dann als Erinnerung an einen schönen Tag an die Wand hängen.

Wer Lust auf ein Portraitshooting dieser Art hat sendet einfach eine Mail an studio@tulpe-production.de

Bis zum nächsten Blogeintrag – Euer Frank

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