Bildlook für Portraits

Veröffentlicht von Frank von Tulpe-Production.de am

Homeshooting Portrait – neuer Look

 
Auf der Suche nach der eigenen Identität kommt jeder Fotograf mit künstlerischen Ambitionen an einen Punkt, wo die Frage nach dem eigenen Bildlook gestellt wird. Am Beispiel eines Homeshooting Portrait erkläre ich Dir in diesem Blogbeitrag, wie Du auch ohne Studio, bei einem Homeshooting coole Portraits fotografieren kannst. Welche Technik Du benötigst, damit der Hintergrund im Portraitfoto schön verschwimmt. Die Lesezeit beträgt etwa vier Minuten.

Homeshooting Portrait zu Hause - neuer FarblookEin Homeshooting Portrait wird natürlich einen anderen Bildlook haben, als ein Fashion Portrait, das bei einem Streetshooting entstanden ist. Verantwortlich hierfür ist die Technik. Insbesondere haben die Objektive haben einen maßgeblichen Einfluss. Letztendlich ist der Bildlook eines Portraits auch reine Ansichtssache.

Oft wird mir gesagt, dass ich zu wenig Portraitfotos in schwarz-weiß veröffentliche. Meine Antwort dazu ist schlicht:

Die Welt ist Bunt und Abwechslungsreich. Genau das möchte ich mit meinen Fotos festhalten.

Sicher ist dies der Tatsache geschuldet, dass ich auch hier als Reiseblogger über Landschaften, Hotels und sehenswerte Orte berichte.

Was ist mein Bildlook?

Eine befreundete Fotografin sagte kürzlich zu meinem Portraitlook, dass ich der Typ mit dem „Mega Bokeh“ bin. Da ist wohl etwas dran, denn ich liebe verschwommene Hintergründe und Spitzlichter, die zum Cat Eye Bokeh mutieren.

Hier seht Ihr ein Beispielportrait mit Cats Eyes Bokeh in den Spitzlichtern. Aufgenommen in meiner Lieblingsbar im Huwa in Leipzig.

Portraitfotos mit Cats Eyes BokehÜberall dort wo Lichter im Hintergrund hervorstechen, könnt Ihr solche Bildeffekte in Eure Portraitfotos zaubern. Wichtig ist, dass der Hintergrund dunkel und die Lichtquelle nicht zu klein ist. Ein anderes Beispiel, das ich nachts am Cospudener See aufgenommen habe.

Bokeh Beispiel Cat´s Eyes Portraitobjektiv Nikon AF-S 105mm f=1.4Wer mehr über die Welt des Bokeh erfahren möchte, den empfehle ich diesen Bokeh Artikel. Letztendlich sind es viele Faktoren, die ein schönes Bokeh im Foto hinterlassen.

Welche Faktoren beinflussen das Bokeh?

Als ich angefangen habe, mich mit Portraitfotografie zu beschäftigen, dachte ich, dass „Dr. Photoshop“ das Allheilmittel sei, um einen verschwommenen Hintergrund zu erzeugen. Sicher gibt es durchaus die Möglichkeit, mit radialen Weichzeichnern und Verlaufswerkzeugen ein künstliches Bokeh (Unschärfe) zu erzeugen. Natürlich werden die Handykameras immer besser und erzeugen mit KI und hohem Softwareaufwand zumindest im Portraitmodus ansehnliche Ergebnisse. Aber nichts geht über ein lichtstarkes Objektiv.

3 wichtige Einflussfaktoren für Bokeh

– lichtstarke Objektive (F 1.4 oder 1.8 sollte es schon sein)

– lange Brennweiten (ab 50mm aufwärts, ich nutze 105mm)

– Entfernung zwischen Fotomodell und Hintergrund (HG Abstand vergrößern)

Leider sind lichtstarke Objektive sehr teuer. Die meisten von Euch werden mit einer einfachen Kamera mit Zoomobjektiv anfangen, um möglichst flexibel zu sein. Meine erste Kamera war die NIKON D90 mit einem TAMRON Zoomobjektiv 18-240 mm.

Empfehlung für Portraitaufnahmen mit Zoom

Der Ausweg für Dich heißt dann, Dein Model so zu platzieren, dass im Hintergrund möglichst wenig störende Elemente zu sehen sind. Eine Lampe oder ein Sofa verrücken sollten doch möglich sein? So erzeugst Du Abstand zwischen Hauptmotiv und Hintergrund.

Falls das noch nicht reicht, wählst Du einen engeren Bildausschnitt und gehst mit Deiner Kamera näher an Dein Fotomodel.

Wenn Du dann immer noch einen unruhigen Hintergrund hast, bleibt Dir nichts anderes übrig als in der Nachbearbeitung mit radialen Weichzeichnern zu arbeiten.

Nach diesen Maßnahmen wird Dein Foto ruhiger wirken und die fotografierte Person steht im Mittelpunkt des Portraits.

Homeshooting Portrait – Packliste

Ich persönlich nutze fast keine Hilfsmittel bei meinen Homeshootings. Meine Packliste für Portraitfotos in Wohnungen sieht so aus:

  • Kamera Nikon D850
  • Objektiv AF-S 105mm 1.4 für größere Räume
  • Objektiv AF-S 58mm 1.4 für kleine Räume
  • eine Malerfolie und Klebeband für diffuses Licht
  • schwarzer Moltonstoff, wenn der Raum zu hell ist.

Das war es schon. Kein Blitz, keine Softbox, keine Reflektoren. Die Farbgebung erfolgt im Computer bei der Nachbearbeitung. Ich bin gerade dabei, neben dem „Mega Bokeh“ als ein Markenzeichen meiner Fotos durch die Farbgebung, meinen neuen Portraitlook zu definieren.

Meine bisherigen Erfahrungen in Sachen Kinderfotografie haben gezeigt, dass außergewöhnliche Farblooks in Portraitfotos polarisieren und mehr Aufmerksamkeit beim Betrachter erzeugen. Da in meinen Landschaftsfotos die Farbe Lichtblau eine große Rolle spielt, habe ich versucht bei den hier gezeigten Testaufnahmen Blau in den Vordergrund zu bringen.

Homeshooting Portrait hochwertig mit überraschendem LookFarbharmonie in meinen Portraitfotos

Ich habe bisher eher wenig mit Farblooks und Colorgrading gearbeitet. Wenn Du Deinen eigenen unverwechselbaren Bildlook kreieren möchtest, solltest Du mit den Farben spielen. Das kann durch Beleuchtung mit Filterfolien in der Wohnung Deiner Models passieren oder digital in der Nachbearbeitung. Es gibt 1000 Möglichkeiten, wie Du eine Farbverschiebung erreichen kannst. Dr. Google hält unzählige Videos für Dich bereit. Natürlich spielt die Harmonie der Farben dabei eine wichtige Rolle. In meinem Fall habe ich mich für die Grundfarben Hellblau, Cyan, Dunkelblau entschieden. Als Gegenpol (Komplementärfarbe) ist meine Entscheidung auf die Farben Gelb, Braun, warmes Orange gefallen.

Homeshooting - Portraits im KinderzimmerNatürlich ist es schwer, bei allen Shooting diesen Bildlook anzuwenden. Aber zumindest im Bereich stilvoller, künstlerischer Homeshootings finde ich, ist die Farbenkombination eine gute Wahl.

Ich habe bereits von zwei Jahren mit blauer Farbe in meinen Fotos experimentiert. Damals allerdings noch mit dunkleren Blautönen, um einem mystischen Look zu erzeugen. Hierzu zeige ich Euch ein anderes Portraitbeispiel mit einem blauen, geradezu mystischem Farblook.

Portraitfotos im blauen Bildlook mit Opernsängerin Olena Tokar

Was bringt die Zukunft?

Der Weg für mich ist klar. Das Aussehen der Farblooks in meinen Fotos weiter entwickeln. Und je nach Art des Shootings werde ich mich mit unterschiedlichen Farblooks beschäftigen müssen. Die Universallösung gibt es nicht. Schließlich verlangen luftige Kinderportraits im Sommer andere Farben, als Portraitfotos, die bei einem Homeshooting in Deiner Wohnung gemacht werden.

Homeshooting Portrait zu Hause - typische Location im KinderzimmerDanke an Kathleen, die mir spontan Ihr Kinderzimmer für die Testfotos zur Verfügung gestellt hat. Der Raum ist 5 m lang und nur 2 m breit gewesen. Völlig ausreichend für meine Art Portraits zu fotografieren. Das Fensterlicht war die einzige Lichtquelle beim Homeshooting.  Ihr seht, dass Ihr nicht unbedingt ein großes Studio mit viel Technik braucht, um ansprechende Portraitfotos zu machen.

Danke fürs Lesen und Teilen in sozialen Netzwerken. Eine anderweitige Verwendung der Fotos ist ohne schriftliche Genehmigung nicht erlaubt. Mehr Blogartikel über meine Projekte zur Portraitfotografie findet Ihr hier im Blog in der Kategorie Portrait. Bei Interesse an einem Shooting sendet Ihr eine Mail an: s t u d i o  (at) t u l p e – p r o d u c t i o n . d e

Bis zum nächsten Blogeintrag – Frank

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (3 votes, average: 4,67 out of5)
Loading...